LaborkaninchenHilfe

e.V.

Unsere Pflegestelle berichtet  - Columbus

Laboris sind so schwierig.....

Columbus ist unser erstes Pflegetier von der Laborkaninchenhilfe e.V. Natürlich haben wir uns vorab auf einiges vorbereitet: ein leicht zu erschreckendes Tier, ein Tier das nur sehr vorsichtig Neues kennenlernt, eines das vielleicht in den ersten Tagen etwas überfordert ist oder total geschafft von einer Reise im Auto.  Endlich war er da!!!
Wir erwarten, dass er sicher einen Moment braucht, bis er die Box verlässt und das neue Heim inspiziert (das geht ja den meisten Kaninchen so, Labor hin oder her). Columbus beweist uns das Gegenteil. Kaum ist die Box abgestellt und geöffnet spaziert er heraus und fängt an, im Schweinsgalopp das Gehege zu erkunden. Kein Fleck wird unbetreten gelassen, kein Luftmolekül nicht kontrolliert  Und auch wir Menschen sind sofort spannend - was tun wir da? Was bringen wir jetzt? Warum stehen wir jetzt dort?
Kurzum: Wir haben gestaunt und uns gefreut - der weiße Moppi macht seinem Namen alle Ehre, denn wenn er eins hat, dann Neugier und Entdeckergeist!
Ein kleiner Abenteurer durch und durch. Wenn wir ins Gehege wollen müssen wir ganz schön Geschick aufbringen, denn er ist schneller an der Tür als man meint und noch drei Mal schneller draußen aus dem Gehege. Alles ist spannend und alles will erkundet sein - ihm beim Freilauf in der Wohnung zuzuschauen ist eine helle Freude, eben weil er scheinbar alles was ihm begegnet spannend findet. Auch unseren Hund ist Columbus von Anfang an neutral neugierig begegnet. Auch der ist erstmal spannend, weil er für Columbus neu ist. Punkt.
Neben seiner Neugier finden wir, dass man seine Agilität und Aktivität erwähnen muss (kein großer Springer, aber ein absolut flitziges Kerlchen, kleine Bocksprünge, ausgelassene Freudenrunden im Kreis, und immer unter und durch allem durch, was er findet, egal wie eng die Lücke ist - dass er gern mal Häuser umwirft oder seine Kloschale durch die Gegend schiebt, um mehr enge Röhren zum durchkriechen zu erschaffen, schieben wir mal auf seinen jugendlichen Elan  und sein herrliches Vertrauen in die Welt: Ja, wenn er ein Geräusch nicht einordnen kann nimmt er hin und wieder einfach Reißaus - aber er hält es im Versteck dann nicht lange aus. Kaum ist er drin, steckt er die Nase schon wieder raus und macht genau da weiter, wo er gestört wurde. Er hat keine Angst beim Autofahren, keine Angst beim Tierarzt, und auch wenn wir ihn für einen Check mal etwas blöd halten mussten, lässt er sich beim nächsten mal genau so lammfromm wieder hochnehmen als sei nichts gewesen. Kurz gesagt: Sein Wesen hat uns von Anfang an begeistert.
Kurz zu den praktischen Aspekten des Lebens mit Columbus: er ist top stubenrein was den Urinabsatz angeht, ist er ein begeisterter Frischfutterfresser (klar hat er Libelingssorten, aber bis jetzt gibt es nicht wirklich etwas aus dem Obst- oder Gemüseregal beziehungsweise von der Wiese, das er komplett liegen lässt) und ein ganz unproblematischer, feiner Kerl.
Was ihm in seinem Pflegegehege allerdings fehlt ist die Gesellschaft - der Junge ist agil und neugierig, und während wir außer Haus sind und ihm eben keinen Freilauf gewähren können, ist ihm ziemlich eindeutig langweilig in seinem Gehege. Da helfen auch Umbauen, Futterbeschäftigung und Spielzeug nur wenig.

Vielleicht lassen wir ihn aber kurz nochmal selbst zu Wort kommen, schließlich ist er hier die Hauptperson:

"Hallo zusammen, gestatten: Columbus, von der Welt verzaubertes Kaninchen, Weltentdecker und Abrissunternehmer. Ich muss schon sagen: Ich staune, was es alles so gibt. Und wie alles so riecht. Und was Menschen alles so tun. Und was man alles fressen kann. Das ist alles so unheimlich spannend im Moment, ich weiß manchmal gar nicht wohin ich zuerst hoppeln soll, wenn ich mal wieder aus diesem blöden Gehege entfleucht bin. Überall kann man etwas entdecken. Und oh man, wenn es abends Futter gibt, das ist echt klasse. Am Anfang hatte ich gar nicht so viel Lust auf Futter und hab außer Basilikum gar nichts fressen mögen, aber der Doc hat meine Beisser einmalig auf Vordermann gebracht! Seitdem ich selbst an Möhren, Ästen und Äpfeln herumschrappen und die zähen Selleriestengel und glitschigen Tomaten zermahlen kann sehe ich erstmal was alles geht! Und jetzt wo der Winter kommt, gibt es Rosenkohl - ein Gedicht sage ich euch! Die Welt ist viel zu lecker für 'nur Basilikum'!
Die Menschen sind ganz feine Kerlchen. Ich meine, ich lasse mich nur streicheln wenn ICH das will -  wenn ich das will, dann ist es auch echt schön. Schöner wäre, wenn sie einen auch ein bisschen putzen würden, aber das machen sie dann doch nicht... Aber ansonsten: Sie bringen Futter, sie machen dass es anders riecht, sie bringen neuen Spielkram und manchmal sitzen sie einfach nur bei mir in der Nähe und selbst DAS ist interessant. Wer weiß, was sie in ihren Taschen herumtragen? Wenn ich es nicht kontrolliere, werde ich es nie erfahren - also nichts wie los!  
Nur so eine nette Freundin, die ist wie ich, oder vielleicht ganz viele mit genau so langen Ohren, das wäre schon fein. Darum habe ich mich in den letzten zwei Wochen echt angestrengt und mir ein richtig tolles Fell zugelegt - ich hab mir sagen lassen, so feine Himbeeraugen wie meine und dazu blendend weißes Fell, da guckt sicher jemand genauer hin. Und weil ich sowieso alles und jeden gern kennenlerne, ganz bestimmt dann auch diesen Menschen. In einer Gruppe wäre ich der absolute Chef, soviel ist klar   "

Tausend Dank an die liebe Pflegestelle!