LaborkaninchenHilfe

e.V.

 Die Kaninchenhaltung

Kaninchen - kleine Tiere mit großem Bewegungsdrang

Bei dem Gedanken an Kaninchenhaltung kommt vielen vermutlich das Bild eines einzelnen Tieres in einem Käfig in den Sinn. Wenn dann in unseren Vermittlungsbedingungen von 3 qm pro Tier die Rede ist, so fragen sich Interessenten häufig, ob das wirklich erforderlich ist, denn die Tiere seien ja zumindest am Leben. Uns liegt aber auch die Lebensqualität am Herzen. Kaninchen sind sehr aufgeweckte Tiere, die gerne rennen, springen und Haken schlagen. Daher brauchen sie eine große Fläche auf der sie das auch können. Sie haben den gleichen Bewegungsdrang wie eine Katze und diese würde auch niemand in einen kleinen Käfig setzen. Zudem benötigen Kaninchen als soziale Tiere unbedingt mindestens ein Partnertier. 
Im Folgenden wollen wir Ihnen ein wenig mehr zur Außen- und Innenhaltung berichten, und einige Ideen zur Umsetzung der tiergerechten Kaninchenhaltung vorstellen. Bitte sehen Sie unsere Hinweise nur als erste Information, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Bei Interesse nennen wir Ihnen gerne fachkompetente Links im Internet.

Welche Haltungsform passt zu mir?

Wenn  alle Gegebenheiten passen und der Entschluss gefallen ist  Kaninchen bei sich aufzunehmen, kommt der Punkt, an dem man sich für eine Haltungsform entscheiden muss. Eine Käfig- und/oder Einzelhaltung von Kaninchen lehnen wir grundsätzlich, wie bereits oben schon erwähnt, ab.


 Innenhaltung

Bei der Innenhaltung gibt es die Möglichkeit, die Tiere in einem Gehege mit Freilauf, einem eigenen Zimmer (Kaninchenzimmer) unterzubringen, oder sie in freier Wohnungshaltung leben zu lassen.

Wenn Sie bereits mehrere Kaninchen in Innenhaltung haben und nun ein Laborkaninchen hinzuholen um ihm ein neues Zuhause zu schenken, so haben Sie schon Wissen und Erfahrung. Wir stellen hier unsere Vorstellungen und Erwartungen von der Innenhaltung dar und möchten somit vor allem kanincheninterressierten Neulingen einen kurzen Einblick verschaffen.

Ein Kaninchenzimmer oder ein Gehege empfiehlt sich, wenn man seine komplette Wohnung nicht kaninchensicher gestalten kann bzw. möchte, oder wenn kleine Kinder im Haushalt leben.


Das Gehege sollte ein Mindestmaß von 3 qm pro Tier haben und mindestens 1  m hoch sein. Es gibt eine große Varietät an Gehegen und Möglichkeiten der Gestaltung, bei Fragen diesbezüglich nennen wir Ihnen gerne hilfreiche Links.

Eine Toilette, ein Häuschen, ein Tunnel, regelmäßig frische ungiftige und nicht gespritzte Äste und Zweige zum benagen, sowie eine Buddelkiste sind schöne und nützliche Utensilien für die Einrichtung des Geheges bzw. des Kaninchenzimmers. Wasser darf nur in Näpfen oder Schalen angeboten werden, da Nippeltränken der tiergerechten Flüssigkeitsaufnahme widersprechen.

Die Laboris freuen sich natürlich sehr über eine freie Wohnungshaltung, sie nehmen so am Leben „ihrer“ Menschen teil und haben viel Freude daran, sich die Wohnung mit ihren Menschen zu teilen. Die komplette Wohnung kaninchensicher zu gestalten, scheint zunächst aufwändiger, aber das Zusammenleben ist nicht nur eine Bereicherung für das Tier.

Es stellt sich natürlich die Frage: wie schütze ich meine Tiere und meine Wohnung zugleich?
Nun, wenn man Stromkabel vor den Kaninchenzähnchen gesichert hat, ist schon vieles getan. Es gibt hierfür praktische Kabelschutzkanäle, die gerne genommen werden, wenn man die Kabel nicht sicher zwischen Möbeln und Wänden verstauen kann. 


Giftige Zimmerpflanzen, Reinigungsmittel, wertvolle Bücher und Gegenstände sollten nicht in Reichweite der Kaninchen sein. Die Erkundungsfreude und Beweglichkeit der Kaninchen ist nicht zu unterschätzen und Laborkaninchen sind mit ihren 4-5 kg  erheblich größer als Zwergkaninchen. Im Prinzip gelten die gleichen Gestaltungsregeln wie bei Familien mit kleinen Kindern: alle Sachen, bei denen man nicht möchte, dass sie beschädigt werden, müssen hochgestellt werden. 

Laminatböden und andere glatte Flächen sind sehr rutschig, können aber durch ausgelegte fransenfreie Teppiche gut für die Kaninchen umgestaltet werden 
.

Tapeten und Fußleisten sind, falls erforderlich, mit Plastikschienen, Holzbrettern oder Wandschutzfolie zu schützen. In ihrer Nagefreudigkeit sind die Tiere jedoch sehr unterschiedlich. Die Kaninchen sollten, als Rückzugsmöglichkeit im Familienleben, ihre eigene Ecke bzw. ihren eigenen Bereich haben. Dort befindet sich idealerweise ihre Toilette, ein Häuschen, eine Heuraufe und das Frischfutter mit Wasser. Spiel- und Beschäftigungssachen wie Tunnel. Weitere Gegenstände wie beispielsweise Häuschen können gerne in der Wohnung verteilt aufgestellt werden. Andere Tipps zur Einrichtung können Sie auch unserem nachfolgenden Text über Außenhaltung entnehmen.

Bei dieser Form der Kaninchenhaltung gibt es die Möglichkeit, den Tieren ein eigenes Gehege im Garten zur Verfügung zu stellen oder, wenn man in einer Wohnung mit Balkon lebt, diesen in ein schönes Zuhause für die Langohren umzuwandeln.


Außenhaltung

Die  Haltung von Kaninchen im Außengehege ist eine besonders schöne Haltungsform. Neben viel frischer Luft erleben die Tiere hier den Lauf der Jahreszeiten bewusst mit. Licht,  Wärme, Sonne, Wind und Regen aber auch Schnee, gehören dort zum Alltag der Kaninchen. Wenn man dann noch die Möglichkeit hat, den Tieren von ihrem Außengehege aus, Zugang zu einer umzäunten Wiese zu verschaffen, können sie ihren Lieblingsbeschäftigungen und der Nahrungssuche im vollen Umfang nachgehen.

Hat man einen eigenen Garten und entscheidet sich für die Haltung im Außengehege, heißt es zunächst dringend ein paar Sachen zu bedenken, sinnvoll planen und dann erst die Arbeitshandschuhe überzuziehen und zu bauen. Denn ein solides, gutes und großes Außengehege, wie es die Kaninchen benötigen, gibt es in der Regel nicht von der "Stange" im Geschäft zu kaufen. Hier heißt es selbst Hand anlegen. Die von den Zoofachgeschäften vielfach angepriesenen Außenställe sind definitiv nicht für die ganzjährige Außenhaltung geeignet: zu klein und kein Schutz vor Hitze und Kälte - eben nicht artgerecht. Sollte man Zuhause doch noch so etwas haben, braucht man es nicht zu entsorgen, denn sie eignen sich durchaus als Versteck oder Unterschlupf im eigentlichen Gehege.

Die erhältlichen tiergerechten Außengehege sind eine größere Anschaffung, die sich vielleicht nicht jeder leisten kann. Aber auch der fuchs- und mardersichere Eigenbau in angemessener Größe ist nicht billig und auch nicht in ein paar Stunden bewerkstelligt.

Wer die Herausforderung annimmt und sich im Internet gut informiert (Bauordnung beachten), wird später umso mehr Freude an und mit seinen Tieren haben. Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema. .

  

Buddeln und Entspannen, was kann es schöneres geben?


Auch ein Außengehege sollte regelmäßig gereinigt werden. Lässt die Höhe des Geheges eine aufrechte Haltung des Menschen zu, hat man mehr Freude an der Putzaktion und kann problemlos alle Ecken erreichen. Bei niedrigen Gehegen erleichtern aufklappbare Deckel die Prozedur ebenfalls erheblich.

 

Draußen die Sonne und das Gras genießen


Was gilt es beim Bau eines Außengeheges zu beachten?   

  • Es muss ein- und ausbruchsicher sein. Zum einen darf kein Kaninchen ausbrechen und zum anderen dürfen keine Fressfeinde, wie Marder oder Fuchs  ins Gehege gelangen. Hier empfiehlt es sich punktgeschweißten Volierendraht zu verwenden. Zudem sollte die Wetterseite aus einer festen Wand gebaut werden, damit die Tiere dem Wetter, vor allem Regen, nicht schutzlos ausgesetzt sind.  
  • Für den Boden eignen sich z.B. Betonplatten oder oben genannter Volierendraht, den man im Boden
    30-50cm tief versenkt. Achtung: Im Sommer ist es  für die Tiere  schön, wenn ein Teil der Betonplatten ohne Einstreu ist, da sie diese Stellen gern nutzen um sich abzukühlen.
  • Auch das Dach darf man nicht außer Acht lassen. Es muss  komplett aus Volierendraht sein und feste regenundurchlässige Elemente haben, damit die Langohren nicht dauerhaft im Regen oder Schnee sitzen.     
  •  Es ist unerlässlich den Tieren eine Schutzhütte zur Verfügung zu stellen. Sie sollte  so gebaut sein, dass sie die Langohren vor Zug und Feuchtigkeit schützt.


Einrichtung des Außengeheges

  • Verstecke: Neben der Schutzhütte benötigen Kaninchen noch weitere Versteckmöglichkeiten und Häuschen, damit sie sich auch mal gegenseitig aus dem Weg gehen können. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen, von  Korkröhren, bis selbst gebaute oder gekaufte Häuschen ist fast alles erlaubt was gefällt. Besonderen Gefallen finden die  Langohren auch an Kartons oder Weidentunneln. Diese dienen nicht nur als Versteckmöglichkeit, sondern gleichzeitig  auch als Beschäftigung, da sie sich herrlich zernagen lassen.  
  • Buddelecke: Wenn das Gehege einen festen Untergrund hat, ist es immer sehr schön, wenn man den   buddelfreudigen Tieren eine Buddelecke zur Verfügung stellen  kann. Diese kann z.B. aus einem Mörtelkübel, einem Kindersandkasten oder aus Pflanzsteinen gestaltet sein. Als  Buddelmaterialien eignen sich Sand, unbehandelter Rindelmulch und  Erde,  aber auch Papierschnipsel.
  • Weiteres: Ansonsten gehören zur  Einrichtung natürlich noch ein standfester Wassernapf und  mehrere Heuraufen. Außerdem eignen sich Käfigunterschalen ideal als Kloschale. Kaninchen benutzen auch gern sogenannte  Liegebretter, um sich darauf lang auszustrecken und aus der erhöhten Position ihre Umgebung zu beobachten.
  • Für die Beschäftigung  der Tiere sorgen ein Knabberbaum, Kartons mit Öffnungen, die mit  Material wie Heu oder Papier gefüllt sind und zwischen denen die Tiere nach "Leckerlies" suchen können. Des weiteren bieten sich unbehandelte Weidenkörbe, Heutunnel,  ungepritzte Obstbaumäste und Zweige als  ideale Knabberbeschäftigung an.