LaborkaninchenHilfe

e.V.

Wie ernähren sich Kaninchen eigentlich und was muss beachtet werden?

 

Die Ernährung von Kaninchen ist nicht kompliziert, sollte jedoch immer der Anatomie und den Bedürfnissen des Tieres angepasst sein. Wir können hier nur grob auf diese Thematik eingehen und bitten Sie, für weitere Informationen die Kaninchenfachforen der sozialen Medien zu kontaktieren oder uns per Email anzusprechen. 
Kaninchen sind Pflanzenfresser. Wildkaninchen ernähren sich vorrangig von grünen Pflanzenteilen, Knospen und Blattspitzen. Ergänzend werden Wurzeln und Rinden gefressen. Unsere Hauskaninchen unterscheiden sich in diesem Anspruch nicht von ihren wilden Verwandten. Zudem besitzen die Tiere einen langen Darm mit geringer Peristaltik. Das bedeutet, wenn hinten etwas raus soll, muss vorn etwas rein. Deshalb müssen Kaninchen über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Eine ad libitum („nach Belieben“) Fütterung bietet sich hier an. Die Tiere sollten die Möglichkeit haben, aus den verschiedenen Futtermittelgruppen (Heu, Wiese, Grünfutter, Gemüse, Zweige) jederzeit auswählen zu können. Da die Zähne zeitlebens wachsen, muss auch ein ständiger Zahnabrieb z.B. durch Vorhalten von Ästen gewährleistet sein.

 

Futterumstellung

Die Laborkaninchen werden in der Regel im Institut nur Trockenfutter und Heu als tägliche Mahlzeit erhalten. Eine Futterumstellung muss langsam erfolgen, um den Darm der Tiere nicht zu überlasten. Die "neuen" Kaninchen sollten zunächst mit dem gewohnten (soweit vorhanden) oder einem hochwertigen Trockenfutter weiter gefüttert werden. In den folgenden 4 Wochen wird täglich weniger des Futters gegeben, so dass nach 4 Wochen kein Trockenfutter mehr gegeben wird. Zusätzlich wird den Tieren Heu und Frischfutter angeboten. Mit der abnehmenden Menge an Trockenfutter soll die Frischfuttermenge steigen. Zum Einstieg können z.B. Gemüsesorten wie Pastinaken, Spitzkohl, Fenchel, Salat, Chicorée und Löwenzahnsalat in kleinen Mengen gereicht werden. Zusätzlich sollten getrocknete Kräuter, frische Zweige (z.B. Eiche, Haselnuss) und Saaten wie Fenchel, Anis und Kümmel angeboten werden. Zeigen die Tiere innerhalb der 4 Wochen keine Verdauungsbeschwerden, wird anschließend auf eine normale, gesunde Ernährung umgestellt. 

Frisches Grünfutter ist ein Hauptbestandteil der Kaninchennahrung

 

Rauhfutter

Zusätzlich zu frischem Grün sollte immer Heu ad libitum gefüttert werden. Durch den hohen Rohfaseranteil wirkt sich die Heufütterung positiv auf den Darm des Tieres aus. Es enthält viele Mineralien, Vitamine und hochwertige Fette. Daher sollte immer hochwertiges, staubfreies Heu verfüttert werden. Außerdem wird der Zahnabrieb gefördert. Trockenkräuter und –blüten  sowie Zweige werden ebenfalls gefüttert. Nebeneffekt: Kaninchen können sich oft stundenlang mit den Ästen beschäftigen und dies fördert gleichzeitig den Zahnabrieb.

Wasser

Wasser muss den Kaninchen ständig im Napf angeboten werden. Nippeltränken entsprechen nicht dem natürlichen Trinkverhalten des Tieres. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Bei Außenhaltung sollte im Winter darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zufriert.